Knastspaziergang in Stuttgart

Kampf der Repression!Sonntag, 03.01.2010
Stuttgart. Am Knastspaziergang an Silvester rund um das Gefängnis in Stuttgart Stammheim beteiligten sich gut 60 Menschen. Seit 20 Jahren, begonnen hat die Tradition in der Zeit des Hungerstreikes von Gefangenen aus der RAF 1989, treffen sich dort Aktivisten um den politischen und sozialen Gefangenen ihre Solidarität auszudrücken und gegen das Knast-Regime zu protestieren. Dass die Aktion nie angemeldet wird, die Gefangenen von den Zellenfenstern aus teils mit solidarischen, teils mit rechten Parolen und Rufen auf die Aktivitäten am Knast reagieren und direkt dort Böller und Feuerwerk gezündet werden, hat die Polizei noch im vergangenen Jahr dazu veranlasst die Situation eskalieren zu lassen. Der Abend endete damals mit einem polizeilichen Großeinsatz, Festnahmen und Verletzten auf beiden Seiten. In diesem Jahr beteiligten sich trotz der Repression des letzten Jahres noch mehr Menschen an den, etwa eine Stunde dauernden, Aktivitäten. Sie zogen mit Parolen und Transparenten zu verschiedenen Seiten des Knastes und zündeten Feuerwerke. In den Parolen und Reden über ein Megafon wurde u.a. die Repression der letzten Wochen gegen kurdische Aktivisten und gegen die in Stammheim einsitzenden Beschuldigten des 129b-Prozesses wegen vermeintlicher Mitgliedschaft in der DHKP-C, thematisiert.