„Zuerst!“ ist das Allerletzte

Brauner Dreck bleibt brauner Dreck – egal wie er verpackt ist

Seit Dezember 2009 erscheint eine neue extrem rechte Monatszeitschrift mit dem Namen “Zuerst!“, die im gesamten Bundesgebiet vertrieben wird. Sie ist nun auch in Freiburg an verschiedenen Kiosken und Läden erhältlich. “Zuerst!” kommt unauffällig daher und sieht Magazinen wie dem Spiegel oder der NEON in ihrer Hochglanz-Aufmachung ähnlich. Doch die Inhalte haben es in sich.

Verschwörungstheorien, Ausländerfeindlichkeit, Hetze gegen Homosexuelle und Politiker wie den Grünen Cem Özdemir, dem nach der Logik „Blut ist dicker als Wasser“ vorgeworfen wird, Teil einer „engmaschigen Türken-Lobby“ zu sein. Ebenfalls wird über die Leugnung des organisierten Massenmordes an den europäischen Juden und Geschichtsrevisionismus wohlwollend berichtet. Artikel über den verurteilten Holocaust-Leugner Ernst Zündel werden genauso prominent platziert wie Hetze über den „Rechtsbruch“ von Dresden. Gemeint sind hierbei die Blockaden im Februar 2010, bei denen Antifaschisten aus dem gesamten Bundesgebiet den größten Naziaufmarsch Europas blockierten. Kurz: Alle Themen der extremen Rechten werden von dieser seriös wirkenden Zeitschrift abgedeckt und mit wahnhafter Rhetorik verbreitet.

Verantwortlich als Chef-Redakteur ist Günther Deschner, der schon für die reaktionäre Wochenzeitung Junge Freiheit schrieb. Als Kolumnist kommt auch der Rechtsaußen-Republikaner und ehemalige „Nation & Europa“-Mitherausgeber Harald Neubauer regelmäßig zu Wort. „Nation & Europa“, das eines der wichtigsten Theorie- und Strategieorgane in der Bundesrepublik Deutschland für die Faschisten war, wurde zu Gunsten der „Zuerst!“ eingestellt. Damit ist klar, wohin sich dieses Magazin entwickeln soll. Nämlich als schickes Propaganda-Blatt mit Schanierfunktion zwischen der konservativen und extremen Rechten.

ZuerstDer Versuch der Faschisten, durch eine seriöse Optik in die Mitte der Gesellschaft vorzudringen, ist nicht neu. Unterschätzt werden darf die Gefahr, die von einer solchen Zeitschrift ausgeht, nicht. Vor allem dann, wenn braune Propaganda nur einen Griff von der etablierten Presse entfernt liegt. Wir werden mit allen Mitteln verhindern, dass die Nazis in Freiburg und Umgebung ihren Dreck verbreiten können und so das gesellschaftliche Klima weiter vergiften.

Verantwortlich für den Vertrieb in unserer Stadt und der Region ist die „Südwestvertrieb Buch- und Pressegrosso GmbH & Co KG“, welche ihr Büro in der Wöhlerstraße 14 in Freiburg hat. Wir fordern diesen Vertrieb hiermit nachdrücklich auf, sich nicht weiter an der Verbreitung von faschistischer Propaganda zu beteiligen und den Vertreib der „Zuerst!“ in ihrem Einzugsgebiet einzustellen.

Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!

Flyer: Vorderseite | Rückseite

Mehr Informationen
Kampagne der A.L.I. (Göttingen)
Kampagne des Hamburger Bündnisses gegen Rechts
Bericht bei Endstation Rechts
Bericht im NPD-Blog
Bericht in der taz
NDR-Videobeitrag